Aquarium für S.K*., op. 17.4 (2000)

*Sergey Kuryokhin (Leningrad, 1954 – St. Petersburg 1996): war wohl ein „talentierter Taugenichts“ vermutete Ansicht seiner ehemaligen Professoren), hielt Musik für das Wichtigste, das völlig Unverzichtbare, war Bester im Musikdiktat, Pianist, Komponist, Improvisator, Schauspieler, wurde von der Hochschule relegiert wegen Nichterscheinen und Nonkonformismus, Pop-Star (Gruppen wie „Aquarium“ und „Popular Mechanics“), erfand als Dirigent ein eigenes Bewegungssystem und überliess die Schlagzeug- und Schrottabteilung von „Popular Mechanics“ seinem Freund und Schlagzeuger Sergey Africa...

**Vier Schweine (es können auch mehr oder weniger sein) bewegen sich frei auf der Bühne. Sie können auch von dieser wegen Nichterscheinens und Nonkonformismus relegiert werden. – In Ausnahmefällen können auch andere Tiere „verwendet“ werden. Die zwei Interpreten sind nicht dafür zuständig die Tiere auf die (und von der) Bühne zu bringen. Dies sollte vor und nach der Aufführung dem diesbezüglichen Fachpersonal überlassen werden.

***Was ist für einen akademischen Interpretationswettbewerb ungeeigneter als Musik von einem von einer Hochschule Ausgeschlossenen, eines Pianisten, der sich autodidaktisch vervollkommnet, stur den eigenen Ideen („In Bezug auf die Musik ertrage ich absolut keine überflüssigen Ratschläge...“) und motorischen Begabungen nachspürend? Was liegt ferner, als eine „Heimholung“ solch urwüchsiger Musik in die geregelten Bahnen des Notenbildes und der Akademie? – Oder gehört sie gerade dorthin: als notwändige Blutzufuhr und zur Erweiterung der ästhetischen Ausdruckshaltungen?

Als Komponist nahm ich mich weitgehend zurück, transkribierte Fragmente von S.K.s Improvisationen und montierte sie zu einer Collage. Einzig den Rahmen dieses Klang-Portraits, das Schlagzeug, fügte ich hinzu.